Nobelpreis für Literatur geht an Elfriede Jelinek

(7. Oktober 2004, 13:14, NZZ Online) .

Der diesjährige Literaturnobelpreis geht an die österreichische Schriftstellerin Elfriede Jelinek, dies gab Horace Engdahl, Jurypräsident des Nobelpreis-Komitees am Donnerstag bekannt. Sie erhalte die Auszeichnung «für den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen». Im Vorfeld war die Forderung laut geworden, dieses Jahr eine Frau in den erlauchten Kreis der Laureaten aufzunehmen. Bisher hatten nur acht Frauen diese Ehre. Der Literaturnobelpreis ist dieses Jahr mit 10 Millionen Schwedischen Kronen (1,72 Millionen Franken) dotiert. .

Geheime Wahl

Der Nobelpreis für Literatur wurde zum ersten Mal im Jahr 1901 vergeben. Preisträger war der französische Philosoph und Dichter Sully Prudhomme. Ausgezeichnet werden Romane, Short Stories, Gedichte, Theaterstücke, aber auch Essays und Reden. Um überhaupt gewählt werden zu können, müssen die Autorinnen und Autoren zuvor nominiert worden sein. Dabei können neben den Mitgliedern der Schwedischen Akademie auch Literaturwissenschafter und alle bisherigen Literatur-Nobelpreisträger Vorschläge machen. Die Liste der Nominierten bleibt jedoch streng geheim. Auch der Wahlvorgang wird nicht kommentiert. Das Komitee nennt nur den Namen der Person, die den Preis bekommt und die Gründe, die zur Wahl geführt haben. Dieser Umstand nährt Jahr für Jahr Spekulationen.